Auswirkungen der reduzierten US-Zölle für die Schweizer Exportwirtschaft

20. November 2025

  • Geplante Zollsenkung von 39 % auf 15
  • Halbierung der Exportverluste
  • Erholung der Exporte bereits für das 4. Quartal 2025 erwartet

Wallisellen, 20. November 2025 - Die Schweizer Exportwirtschaft leidet seit dem 1. August unter dem 39 % Zollhammer, den die USA der Schweiz auferlegt hat. Gemäss neusten Verhandlungen soll der Satz auf 15 % gesenkt werden. Was heisst das für die Schweizer Exportwirtschaft?

Die USA haben mit der Schweiz und Liechtenstein eine gemeinsame Erklärung zum künftigen «fairen, ausgewogenen und gegenseitigen Handel» veröffentlicht. In diesem werden die Bedingungen für die Senkung des aktuellen Zollsatzes von 39 % auf 15 % beschrieben. Ziel der US-amerikanischen Regierung ist es, das von ihnen berechnete Handelsdefizit von USD 38,5 Milliarden auszugleichen.

Investitionen in Milliardenhöhe

Die Schweiz und Liechtenstein haben zugesagt, mindestens USD 200 Mrd. in den Vereinigten Staaten zu investieren. Über welchen Zeitraum sich diese Investitionen erstrecken, ist noch unklar. Ein Teil dieser Summe ist bereits durch angekündigte Investitionen von USD 73,23 Mrd. über die nächsten fünf Jahre vor allem von der Pharmaindustrie vorgesehen. Bereits im kommenden Jahr sollen USD 67 Mrd. umgesetzt werden. Im Vergleich dazu hat die Schweiz 2023 rund USD 54 Mrd. in den USA investiert.

Halbierung der Exportverluste dank neuem Zollsatz

Wird der Zollsatz von 39 % (effektiv 25 %*) im Jahr 2026 beibehalten, entstehen laut Berechnungen der Experten von Allianz Trade, dem weltweit führende Anbieter von Warenkreditversicherungen, Exportverluste von –USD 18 Mrd. Mit dem Handelsdeal von 15 % (effektiv 11 %) betragen die Verluste –USD 7 Mrd. und fallen damit nur halb so hoch aus. Durch das Handelsabkommen verringert sich der Einbruch im BIP-Wachstum um rund 0.3pp für das Jahr 2026 im Verglich zu einem Zollsatz von 39 %. Am stärksten von den Zöllen betroffen sind Metalle, die Maschinenindustrie sowie Haushaltsartikel. Pharma und Halbleiter sind weiterhin ausgenommen, da diese durch Investitionen in den USA erlassen werden, sonst würde sich der Zollsatz von effektiven 11 % auf 17.5 % erhöhen mit entsprechend höheren Verlusten.

Positive Prognosen

«Trotz des Einbruchs des BIP im 3. Quartal 2025 von –0.5 % im Vergleich zum 2. Quartal 2025 erwarten wir ein Wachstum von +1.3 % für das aktuelle Jahr. Mit einer Erholung der Exporte ist bereits im 4. Quartal 2025 zu rechnen», sagt Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in Switzerland, optimistisch. «Für 2026 können wir mit dem neuen Handelsabkommen unsere Prognose etwas nach oben anheben, von den aktuell +1.1 % in 2026 auf vermutlich +1.4 %.»

Einführung so rasch als möglich geplant

Gemäss dem Weissen Haus arbeiten die Vereinigten Staaten, die Schweiz und Liechtenstein daran, das Abkommen über den gegenseitigen, fairen und ausgeglichenen Handel Anfang 2026 abzuschliessen.

* Der effektive Zollsatz ist der durchschnittliche Zoll, der nach Berücksichtigung von Ausnahmen, Freibeträgen, Präferenzen oder Sonderregelungen tatsächlich gezahlt wird. Er kann also deutlich unter dem offiziellen, sogenannten nominalen Zollsatz liegen.